Augsburg, 14. Mai 2024
Die Peter Schubert Gesellschaft besucht das Priesterseminar Augsburg
15 Mitglieder der Peter Schubert Gesellschaft haben am 14. Mai 2024 St. Hieronymus besichtigt. In diesem ansehnlichen Gebäude hat Peter Schubert 1986 zwei Kuppeln ausgemalt, welche die meisten von uns nur aus Abbildungen kannten. Die große Kuppel hat eine Fläche von ca. 600 Quadratmetern und war das erste Deckenbild, das Peter Schubert für die Kirche gestaltete. Rückblickend bemerkte Peter Schubert einmal, dass die Einsamkeit unter der riesigen Kuppel in der Hauptkirche für ihn manchmal bedrückend gewesen sei. Auch der Zeitdruck des sich nähernden Eröffnungstermins erhöhte den Erfolgsdruck.
Alle Teilnehmer der Führung waren tief beindruckt von den Ausmaßen und der künstlerischen Qualität dieser einmaligen Arbeit. Dieses reale Erleben der Raumwirkung durch Licht, Farbe und gekonnte Gestaltung kann durch keine Reproduktion ersetzt werden. Leider kann dieses bedeutende Werk nur auf Anfrage von der Öffentlichkeit besucht werden.
Geführt wurde die Gruppe von Dr. Michael Kreuzer, Regens des Priesterseminars. Die Anlage wurde von dem Architekten Alexander Freiherr von Branca entworfen und erhielt am 4. Mai 1987 von Papst Johannes Paul II. feierlich seine Benediktion. Das Ensemble der Anlage ist postmodern gestaltet und zeittypisch für eine Architekturrichtung der achtziger Jahre. Aufwendige Materialien und sorgfältige Details geben dem Haus sein besonderes Flair.
Die programmatischen Intentionen dieses Projektes kollidieren allerdings inzwischen auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Nachfrage nach Priesterausbildungen ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Das forciert Überlegungen zur Umnutzung der Räume für Ausbildung und Wohnen.
Marienloh, 01. Mai 2023
Deckenbild in Marienloh feiert 10-jähriges Jubiläum
Eine der schönsten Kirchenmalereien dieses und des vergangenen Jahrhunderts sei unter Peter Schubert in der Kirche von Marienloh im Hochstift Paderborn entstanden. So die Meinung von Karl-Martin Flüter in seinem Beitrag im Magazin „Der Dom“.
Am 23. April 2023 feierte die Gemeinde Paderborn Marienloh mit einem Gedenkgottesdienst das 10-jährige Jubiläum der Wiedereröffnung ihrer Wallfahrtskirche mit dem Deckenbild von Peter Schubert. Einige Mitglieder des Vereins sowie der Witwe des Künstlers, Frau Karin Schubert, haben an dieser Veranstaltung teilgenommen. Den Gottesdienst zelebrierte gemeinsam Pastor Joseph Mayer zu Schochtern mit dem langjährigen ehemaligen Pastor der Gemeinde, Herrn Heinz Joseph Löckmann.
Pastor Mayer zu Schochtern, Theologe und ehemaliger Direktor der Theologischen Fakultät der Universität Paderborn berichtete dabei von seinen Erfahrungen mit Kindern, die den Auftrag hatten, ihre Empfindungen beim Betrachten des Deckenbildes von Peter Schubert niederzuschreiben. Danach sollten die Kinder das Deckenbild auf Zeichenpapier assoziativ nachmalen. Dafür durften sie sich ausnahmsweise auf die Kirchenbänke legen, um einen besseren Blick auf die Decke zu haben. Dieses Vorgehen scheint zunächst sehr ungewöhnlich zu sein, doch Mayer zu Schochterns Forschungsschwerpunkt an der Universität lag in der Beziehung von ästhetischen und religiösen Erfahrungen unter besonderer Berücksichtigung der Wirkung von zeitgenössischen Kunstwerken in Sakralräumen.
Der Autor Karl-Martin Flüter schrieb aus Anlass zu dieser Veranstaltung einen bemerkenswerten Artikel im Magazin DER DOM, wo er die Magie von Peter Schuberts Deckenbild untersucht. Diesen fundierten Beitrag können Sie hier lesen:
Peter Schubert bei der Ausmalung der Decke 2013 in Paderborn Marienloh. Trotz strikter Abstraktheit seiner Bilder verzichtete Schubert nicht völlig auf eine gegenständliche Darstellung. Leicht in der Bildmitte zu assoziieren: eine Taube. Mit dem Stab erinnert Schubert an die Kreuzigung Christi.
Pastor Joseph Mayer zu Schochtern zeigt im Gottesdienst der Gemeinde Arbeiten von Kindern die in Verbindung mit Schuberts Deckenbild entstanden sind.
Fotos: Maïe Triebel, Marienloh