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Über die Kunst Peter Schuberts

Die Welt, die wir in Schuberts Bildern entdecken, ist dramatisch, spannend, unheimlich und aufregend. Schon als Jugendlicher interessiert sich Schubert besonders für die Helldunkel-Technik, eine Technik, die er durch Kunstwerke des Barock entdeckt. Später, während seines Studiums – er wurde Schüler von Willi Baumeiter und Fernand Leger – entwickelt er die Technik weiter, um sie zu einer der Hauptcharakteristiken seiner Tafelmalerei zu erheben.

Schubert malt abstrakte Bilder, auch wenn er Motive, die am Rande der figürlichen Malerei stehen, in seine Kunst einbezieht. Die Vielzahl der Formen soll Bekanntes suggerieren, aber nicht darstellen. Das Licht bildet den stärksten Faktor der Bildkomposition; Licht und Schatten schaffen die Grundlage seiner Bilder. Scharfe Kontraste und weiche Übergänge, Amorphes gegen Akzentuiertes, führen in einen labyrinthischen, irrationalen Bildraum, der wahrscheinlich als Chiffre für die geheimen Ängste unserer Zeit und damit als „inhaltlicher“ Teil seiner Bilder verstanden werden darf.

Die Dunkelheit in seiner Malerei scheint alles zu umgreifen; Sichtbares, für einen kurzen Moment beleuchtet, scheint gleich wieder im diffusen Schattenspiel oder im unheimlichen Dunkel zu verschwinden. Das Sichtbare wird zum Teil des Unsichtbaren und umgekehrt. Die farbige Gestaltung seiner Bilder unterstützt dieses Bildgeschehen.

Die Karriere Schuberts als Deckenmaler beginnt 1977 mit dem Deckengemälde im Mittelpavillon der Großen Orangerie des Schlosses Charlottenburg – ein erster Auftrag, den er mit Virtuosität meistert. Als Deckenmaler wurde er mit Architektur, neuen Maltechniken und riesigen Flächen konfrontiert. Man malt keine Decke wie ein Tafelbild. Schuberts Formensprache und Farbgebung in seinen Deckenbildern unterscheidet sich deshalb von der seiner Tafelbilder. Seine Technik nähert sich äußerlich – besonders in der Farbigkeit – der früheren Freskomalerei. Die Darstellungen sind heller, die Komposition verliert an Dichte, nicht aber an Intensität.

Auch wenn Tafel- und Deckenbilder sehr unterschiedlich sind, gibt es doch Beeinflussungen untereinander. Durch die vielen, seit 1977 geschaffenen Deckenbilder haben seine Gemälde eine neue Dimension gewonnen. Die suggestive, abstrakte Malerei erneuert sich. Es fließt ein Hauch von epischem Geist in die Bilder ein; sie werden heller und nuancenreicher. In manchen Bildern treffen wir auf die Kraft und die theatralische Dramatik, die seine Deckenmalerei charakterisiert. Es entstehen Bilder von ungeheurer Plastizität und Tiefe.

Schuberts Kunst, von subtilsten Aquarellen und Gemälden bis zu den oft mehrere hundert Quadratmeter umfassenden Deckenbildern, zeigt eine eigene souveräne Bildsprache, die zuweilen – wie schon oft beschrieben worden ist – an die mächtigen Kompositionen der Kunst des 17. Jahrhundert erinnert.